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Das Rathaus von Hartberg

Der Sitz der Hartberger Bürgermeister

Über dem Eingang steht mit 1898 dessen „Geburtsjahr“ geschrieben; errichtet wurde es in der Amtszeit des Langzeitbürgermeisters Josef Reßavar (1873-1904), Apotheker zu Hartberg.

Zu dieser Zeit hat das vermögend gewordene Bürgertum zwar Geld zur Errichtung von repräsentativen Bauten, es hat aber keinen zeitgemäßen Baustil!

So werden die in der Vergangenheit erfolgreich angewandten Baustile wiederholt; in der Folge erhält dieser in der Art des Patchworks zusammengesetzte Stil den Namen „Historismus“.

Aus der Gotik (1250-1500) entwickelt sich die „Neugotik“; in dieser Art ist an der Dachkante der Schauseite das neugotische Treppendach errichtet. Die Renaissance (1500-1650) wird in den Rundbögen und Dreiecken an den Fenstern als „Neurenaissance“ „wiedergeboren“.

Die auf halber Höhe links und rechts aufgeführten Zwiebeltürmchen leiten sich als „Neubarock“ vom Barock (1650-1780) her.

Die beidseits des Einganges stehenden Säulen mit „Kompositkapitellen“ stammen ebenfalls aus dem Barock, haben ihren Ursprung aber in der Formenwelt der griechischen Antike. Sie sind aus einer Verschmelzung von zwei antiken Kapitellformen entstanden: aus der Locke am Kapitell (= Kopf) der ionischen und aus den aufsteigenden Akanthusblättern am Kapitell der korinthischen Säule.

Zum Zeichen dafür, dass es sich beim Rathaus um das wichtigste öffentliche Gebäude der Stadt handelt, sind im Giebelfeld drei Wappen angebracht:

Zuoberst das altösterreichische Staatswappen mit dem doppelköpfigen Adler, der Schwert und Zepter im rechten und den Reichsapfel im linken Fang hält, etwas tiefer zur Linken das steirische Wappentier, der Panther, zur Rechten das damalige Wappentier der Stadt, der Adler.