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Kaffeerösterei in Hartberg!

Ein Weltenbummler mit Kaffeefaible kommt in Hartberg an

Günther Bohuslav, ein „Kaffeefreak“, wie er sich selbst bezeichnet, und ein Weltenbummler mit beeindruckender Lebensgeschichte. Seit 8. Mai betreibt Günther mit Unterstützung seiner Lebensgefährtin Christiana Hribernik eine ansehnliche Kaffeerösterei in der Hartberger Presslgasse. Wo zuvor bereits das Café Gotthardt und die Bäckerei Ringhofer ansässig waren, zaubert das Paar aus Eichberg nun in ihrem „Café Short Black“ frisch geröstete Kaffeekreationen, selbstgemachte Mehlspeisen und außergewöhnliche Frühstücksvariationen auf den Tisch.

Günther Bohuslav ist wahrlich ein Meisterkoch der Extraklasse, denn blickt man auf seinen Lebenslauf, ist dieser alles andere als bescheiden: Nach einer Koch- und Konditorlehre am Wiener Donauturm, wanderte er nach Südafrika aus, um sein erstes eigenes Restaurant zu eröffnen. Nach einigen Jahren in Südafrika und drohendem Einzug in den afrikanischen Militärdienst, folgten eine Reihe internationaler Berufsjahre in der ganzen Welt: das Hilton in Amsterdam, ein 5 Sterne Hotel auf den Fidschi Inseln, ein Hotelbetrieb in Singapur, Malaysien, wo Günther mit seinen 25 Jahren wohl der jüngste Küchenchef in Asien und siebenfacher Goldmedaillengewinner der Kochkunstmeisterschaften wurde. Weiter ging die Lebensreise nach Chicago, Atlanta, Sydney und Neu Dehli, wo er als Hoteldirektor 1600 Personen leitete. Nach insgesamt 10 Jahren bei der Hotelkette Hyatt kehrte Günther nach Sydney zurück, um im 5 Sternebetrieb der Kette Orient Express zu arbeiten und sich als Innenarchitekt und Kunsthändler selbstständig zu machen. Den Hang zur Kunst hatte Günther bereits damals, was auch die beeindruckenden Kunstwerke in der Hartberger Kaffeerösterei erklärt. Den Lebenstraum, ein Café in Verbindung mit Kunst zu betreiben, hegte Günther bereits in Australien, doch zuvor sollten noch einige Jahre in Rio, Brasilien folgen. Man könnte es auch Schicksal nennen, denn ein Todesfall in der Familie veranlasste Günther Bohuslav, wieder nach Europa zurück zu kehren, wo er in Wien zunächst eine Kunstgalerie für zeitgenössische Kunst und Archäologie eröffnete. 14 Jahre in der Kunstgalerie sollten genügen und es war an der Zeit die Barista- und Röster-Ausbildung beim Meisterröster Prof. Edelbauer, einem Mann der alten Schule, in Wien zu absolvieren und sich auf die Suche nach einem eigenen Geschäftslokal zu begeben.

„Kaffee zu rösten und zu brauen, ist ein ständiger Lernprozess. Es ist wie eine eigene Wissenschaft, man lernt nie aus! Kaffee ist für mich eine Kunstform,“ schwärmt Günther Bohuslav über sein Handwerk. Den Unterschied zwischen Günthers Kaffee und einem herkömmlichen Supermarktkaffee würde jeder Laie sofort erkennen. Von Farbe, über Geruch bis zur Zubereitungsform unterscheidet sich Bohuslavs Kaffee eindeutig von anderen. Serviert wird ohnehin nur die beste Qualität, nämlich Arabica-Bohnen, die näher am Äquator in 900 bis 2300 m Höhe wachsen und damit das perfekte Klima benötigen, um zu gedeihen. Kaffee zu servieren, der gesund und einzigartig ist und nichts mit herkömmlichem Kaffee zu tun hat, lautet das Motto der Kaffeerösterei.

Einzigartig ist hier nicht nur die 500 kg schwere Röstmaschine, die in Handarbeit in Griechenland gefertigt wurde, sondern natürlich auch die Jutesäcke voller frischer Arabica Kaffeebohnen aus der ganzen Welt, die sich an der Wand aneinander reihen. Die komplett manuell gesteuerte bis zu 7,5 kg fassende Röstmaschine, wird natürlich auch benutzt und so breitet sich nach nur 8 bis 15 Minuten ein herrliches Kaffeearoma im ganzen Raum aus. Der Kaffeesommelier röstet regelmäßig Kaffeebohnen aus der ganzen Welt. Je nach Sorte werden Hitzeübertragung, Luftfeuchtigkeit, Geschwindigkeit und Luftfluss in der doppelwandigen Gusseisentrommel akribisch genau kontrolliert. Die 668 Geschmacksaromen einer Kaffeebohne können vom menschlichen Gaumen gar nicht alle erfasst werden, doch Günther holt aus seinem Kaffee, der eine feine Säure und viele Fruchtaromen besitzt, möglichst viele in die Tasse. „Wichtig ist, dass man beim Kaffeekochen die Brühtemperatur von 95 Grad nicht überschreitet,“ weiß Bohuslav. Kaffee müsse außerdem nach der Röstung drei Tage lang „ausgasen“ damit das CO2 entweicht, und immer frisch gemahlen werden. Für das volle Geschmacksaroma hat Kaffee eine maximale Lebensdauer von 3 Wochen.

Neben den einzigartigen Kaffeekreationen gibt’s bei Günther auch ein richtiges „Città Slow“ - Frühstück. Vom Wiener Klassiker, über die Steirische Bauernkost, bis zum Katerbezwinger und vielen „Extrawünschen“ ist alles mit dabei. Wert gelegt wird auch auf Produkte aus der Region, denn Kuhmilchkäse von Schützenhöfer, Käferbohnenbrot mit Röstzwiebel von der Backstube Nöhrer in Unterdombach, frisch gepresste Säfte und hausgemachte Marmeladen, sind auf der Speisekarte der etwas anderen Art – nämlich einem einfachen Klemmbrett – zu finden. Was es heißt, die Butter „unter der Haube“ serviert zu bekommen, den Verlängerten einfach mal „selbst zu verlängern“ oder die Kaffeeröstung live zu verfolgen, das schaut man sich am besten selbst an bei einem Besuch in der beeindruckenden Kaffeerösterei! Den köstlichen frisch gerösteten Kaffee kann man natürlich in 14 verschiedenen Sorten auch für zuhause mitnehmen.

Informationen:

Café Short Black – die Frischrösterei
Günther Bohuslav
Preßlgasse 10, 8230 Hartberg
Öffnungszeiten: Mo bis Fr von 8 bis 18 Uhr und Sa von 8 bis 13 Uhr
E-Mail: bohuslav@cafeshortblack.com
Web: http://cafeshortblack.com
Tel: 0699/171 87 116

Erstellt am 12. Mai 2015 von Anna Schneider, MA