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Burg/Schloss Hartberg

Schutz vor der Gefahr aus dem Osten

1147 werden Burg und Pfalz (=befestigte Ansiedlung) der steirischen Markgrafen aus dem Geschlecht der Traungauer erstmals urkundlich genannt.

Die Anlage ist auf dem höchsten Punkt der Stadt errichtet. Zu ihr gehörten ein Meierhof, eine Mühle und die Johanneskapelle.

Nachdem sich Hartberg bis 1529 im Eigentum des Landesfürsten befunden hat, werden Stadt und Burg auf ewigen Widerruf durch König Ferdinand I. an Siegmund von Dietrichstein verkauft, um zu Geld für die Türkenabwehr zu kommen!

1546 sind Burg und Stadt wieder im landesfürstlichen Besitz.

1568 wird die Burg an Caspar Puggl verpfändet.

1572 erwirbt Johann Baptist von Paar, Hofpostmeister zu Graz, die Burg im Pfandrecht.

Ab 1576 erfolgt unter ihm der Umbau der Burg zu einem Schloss im Stil der Renaissance. Über dem Doppelfenster am Außenaufgang ist die Jahreszahl 1576 eingemeißelt.

1597 wird die heute noch bestehende Mauer an der Rinnengasse gegen die aufmüpfige Bürgerschaft der Stadt errichtet. Über dem Torbogen des Zufahrt-Tores befindet sich ein Inschriftenstein aus der zu Beginn des 18. Jhdts. abgetragenen Schlosskapelle.

Wegen andauernder Streitigkeiten zwischen Burgherren und Bürgern der Stadt, die auf ihren in landesfürstlicher Zeit erworbenen Privilegien beharren, kommt es 1613 zur Verhaftung und Ausweisung von Stadtrichter (=Bürgermeister) Matthias Wels und zur Ermordung von Stadtschreiber Hans Preßl durch Abgesandte des Schlossherrn Rudolf von Paar.

1624 erfolgt der endgültige Kauf von Schloss und Stadt von Kaiser Ferdinand II. an Rudolf Freiherrn von Paar um 17.352 Gulden.

1637 wird dem Schlossherrn der Titel Oberst Hof- und General- Erblanden Postmeister verliehen.

1634-39: Wegen Steuerschulden gelangen Schloss und Herrschaft an Johann Max Freiherrn von Herberstein.

1636 werden die Paar in den Grafenstand erhoben.

1639-59: Schloss und Herrschaft sind im Besitz der Grafen Saurau, nach gewonnenem Prozess wiederum im Eigentum der Grafen Paar.

1682-1705: Schloss und Herrschaft sind im Besitz von Georg Graf von Lengheimb.

In dieser Zeit (um1700) werden der Arkadentrakt und das Verwaltungsgebäude am oberen Ende der Herrengasse, heute „Hotel zum Alten Gerichtshof“, errichtet.

1705 kommt es zur Wiedererlangung von Schloss und Herrschaft durch Carl Joseph Graf von Paar.

1722 verlieren die Paar die Oberhoheit über die Post und deren finanzielle Nutzung durch Verstaatlichung; die jährliche staatliche Entschädigung beträgt 66.000 Gulden.

1769 wird Johann Wenzel Graf Paar in den Reichsfürstenstand erhoben.

1850: Durch die Grundentlastung wird die Abhängigkeit der Bürger vom Herrschaftsinhaber beendet.

1981: Schloss und Herrschaft werden an die Stadtgemeinde Hartberg verkauft.

Restaurierung und Nutzbarmachung erfolgt durch die Stadtgemeinde und private Geldgeber.

2012/13 wird ein Westtrakt zugebaut, die Schlossparkfront mit Cortenstahl (= angerostete Edelstahlplatten) verkleidet und der ehemalige Rittersaal zu einem zeitgemäßen Veranstaltungssaal umgestaltet.